Glücksmariechen vs. Pechmarie
Es gibt Menschen, denen scheint der liebe Gott alles aus dem Weg zu räumen, was sie zum Stolpern bringen könnte. Sie sind vielleicht nicht klassisch wunderschön, doch ihre souveräne Austrahlung macht sie dazu. Glücksmariechen gehen durch das Leben wie Gustav Gans, sie brauchen nicht nach links und rechts zu Schauen beim Überqueren einer großen Straße, es wird schon kein Auto kommen.
Und dann gibt es da noch die anderen. Mich. Die Pechmarie.
Das soll nicht bedeuten, ich hätte immer nur Pech. Nein. Das nicht.
Nur Leute wie ich schaffen es, selbst über den kleinsten Stein zu stolpern.
Ich will das einmal an Hand einiger, sorgfältig ausgewähler Beispiele demonstrieren:
Es gab eine Zeit, zu der ich mit Jemanden eng befreundet war, der mir die Vorzüge der großen, weiten Welt zeigte. So begab es sich, dass ich auf meinen ersten Ball eingeladen wurde. Großes Kino. Nein, ganz großes Kino! Ich bekam ein Ballkleid, wie es hätte Sissi vor Neid erblassen lassen. Rote Wildseide. Ich ging im zarten Alter von 19 Jahren das erste Mal zu einer Kosmetikerin, die zusammen mit einer Hairstylistin (sie bestand auf den Ausdruck) mich ein paar Stunden lang schminkten, bis ich in dem Kleid aussah wie eine Göttin. Und ich glaube ich übertreibe da nicht, auf jeden Fall aber habe ich mich so gefühlt. Mein Begleiter, ein Traum in einem schwarzen Anzug, holte mich ab und wir fuhren in der von seinem Papi zum standesgemäßen Auftritt geliehenen Limosine zum Ball.
Dort angekommen stiegen wir die lange Treppe hinauf, was in diesem Kleid eine Herausforderung darstellte, zumal ich mir doch sehr beobachtet vorkam an der Seite dieses Mannes. Kurz bevor wir oben angelangt waren, zeigte er auf eine elfengleiche Frau und erklärte mir dabei, dass sie meine Vorgängerin sei. Und da konzentrierte ich mich genau für den Bruchteil einer Sekunde nicht mehr auf die Stufen. Diese Winzigkeit genügte, um mich schief aufkommen zu lassen. Der Absatz meiner funkelnagelneuen Schühchen verabschiedete sich mit einem nicht zu überhörenden "knacks", ich geriet ins Strudeln und ehe ich mich versah, kullerte ich einem roten Blitz gleich die Treppe hinab. Die ganze Treppe. Die ganzegottverdammte lange Treppe. Nicht ohne die Schwester der Frau des Bürgermeisters, die ein paar Meter hinter mir lief, umzu schmettern, die allerdings von ihrem Begleiter noch errettet werden konnte. Unten angekommen hing der Traum von Wildseide über meiner ramponierten Frisur. Nicht, wo er hingehört hätte, meine Unterwäsche bedeckend....
An der See aufgewachsen ergeben sich immer wieder Gelegenheiten zum Segeln. Nun segelte ich schon ein paar Jahre Katamarane als ich von einem Bekannten eingeladen wurde, seine "Yacht" zu besuchen. Es war ein traumhafter Tag, nicht zuviel Wind, aber genug, dass es auch Spaß machte. Und wie gesagt, ich kannte mich ja aus. So saßen wir an Deck, Sekt trinkend. (Die Prosecco-Zeit kam erst später). Wir alberten noch rum, die Jungs lachten noch, aber ich erklärte ihnen, dass ich als Friese ja sozusagen das Meer in mir habe. Dementsprechend sicher bewegte ich mich dort auch. Als ich völlig verträumt an der Reeling stand, erlaubten sich die Jungs einen Scherz und halsten. Da ich, wie gesagt, völlig in meiner Welt versunken, die doch für jemanden "mit Meer im Blut" klar erkennbaren Zeichen verträumte, kam mir auf einmal der Baum entgegen. Zu schnell. Und ehe ich mich versah, war ich schon im Meer. Das allerdings wäre schon peinlich genug gewesen, hätte ich sich nicht mein ohnehin recht knappes Bikinioberteil irgentwie in Luft aufgelöst....
Und dann gibt es da noch die anderen. Mich. Die Pechmarie.
Das soll nicht bedeuten, ich hätte immer nur Pech. Nein. Das nicht.
Nur Leute wie ich schaffen es, selbst über den kleinsten Stein zu stolpern.
Ich will das einmal an Hand einiger, sorgfältig ausgewähler Beispiele demonstrieren:
Es gab eine Zeit, zu der ich mit Jemanden eng befreundet war, der mir die Vorzüge der großen, weiten Welt zeigte. So begab es sich, dass ich auf meinen ersten Ball eingeladen wurde. Großes Kino. Nein, ganz großes Kino! Ich bekam ein Ballkleid, wie es hätte Sissi vor Neid erblassen lassen. Rote Wildseide. Ich ging im zarten Alter von 19 Jahren das erste Mal zu einer Kosmetikerin, die zusammen mit einer Hairstylistin (sie bestand auf den Ausdruck) mich ein paar Stunden lang schminkten, bis ich in dem Kleid aussah wie eine Göttin. Und ich glaube ich übertreibe da nicht, auf jeden Fall aber habe ich mich so gefühlt. Mein Begleiter, ein Traum in einem schwarzen Anzug, holte mich ab und wir fuhren in der von seinem Papi zum standesgemäßen Auftritt geliehenen Limosine zum Ball.
Dort angekommen stiegen wir die lange Treppe hinauf, was in diesem Kleid eine Herausforderung darstellte, zumal ich mir doch sehr beobachtet vorkam an der Seite dieses Mannes. Kurz bevor wir oben angelangt waren, zeigte er auf eine elfengleiche Frau und erklärte mir dabei, dass sie meine Vorgängerin sei. Und da konzentrierte ich mich genau für den Bruchteil einer Sekunde nicht mehr auf die Stufen. Diese Winzigkeit genügte, um mich schief aufkommen zu lassen. Der Absatz meiner funkelnagelneuen Schühchen verabschiedete sich mit einem nicht zu überhörenden "knacks", ich geriet ins Strudeln und ehe ich mich versah, kullerte ich einem roten Blitz gleich die Treppe hinab. Die ganze Treppe. Die ganze
An der See aufgewachsen ergeben sich immer wieder Gelegenheiten zum Segeln. Nun segelte ich schon ein paar Jahre Katamarane als ich von einem Bekannten eingeladen wurde, seine "Yacht" zu besuchen. Es war ein traumhafter Tag, nicht zuviel Wind, aber genug, dass es auch Spaß machte. Und wie gesagt, ich kannte mich ja aus. So saßen wir an Deck, Sekt trinkend. (Die Prosecco-Zeit kam erst später). Wir alberten noch rum, die Jungs lachten noch, aber ich erklärte ihnen, dass ich als Friese ja sozusagen das Meer in mir habe. Dementsprechend sicher bewegte ich mich dort auch. Als ich völlig verträumt an der Reeling stand, erlaubten sich die Jungs einen Scherz und halsten. Da ich, wie gesagt, völlig in meiner Welt versunken, die doch für jemanden "mit Meer im Blut" klar erkennbaren Zeichen verträumte, kam mir auf einmal der Baum entgegen. Zu schnell. Und ehe ich mich versah, war ich schon im Meer. Das allerdings wäre schon peinlich genug gewesen, hätte ich sich nicht mein ohnehin recht knappes Bikinioberteil irgentwie in Luft aufgelöst....
Paulaline - 19. Feb, 20:23
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