Die Einschläferung.
Hatte ich doch eine Tiefschlafreportage versprochen!
Also:
Mein letzriger Montag begann um 5:15. Man sollte sich ja schon noch mal gründlich(wie sagt ein Bekannter noch so schön?)durch den Schritt feudeln grundreinigen, bevor man den operierenden Ärzten schlafend ausgeliefert ist, nicht? (Jetzt, wo ich das so niederschreibe, wird mir die Unlogik doch bewusst, vielleicht sollte Frau das lieber nicht tun?) Naja, wie auch immer, ich erachte das als Mindesthöflichkeit den Menschen gegenüber, die mich heilen sollen.
Nur um die abgesprochene zeitliche Abfolge noch mal niederzuschreiben: Um viertel vor sieben musste ich nüchtern (und hungrig !) dort erscheinen, würde ein freundliches Pillchen einnehmen, damit sie mich direkteinschläfern narkotisieren können und pünktlich gegen sieben etwa die OP beginnen. Gegen 10 Uhr sollte ich dann wieder erwachen und alles sei gut.
ICH war pünktlich.
Bekam mein Zimmer zugewiesen, das Hemdchen mit Schnellverschluß zum Binden, Netzhöschen und einem (!) farblich dazupassenden halterlosen Strumpf, der nur leider am Zeh schon durchlöchert war. Aber, ich will nicht kleinlich sein, es war fein säuberlich umnäht worden und ich würde ja eh schlafen.
So optimal vorbereitet lag ich höchst dekorativ auf meinem farblich nicht zu meiner Kleidung und dem Gips passenden Bett und harrte der jungen Ärzte, die mich holen kommen würden.
Und harrte.
Und harrte.
Und nahm mir mein Buch.
Und las.
Schaute auf die Uhr. Halb neun.
Naja, Notfall bestimmt dazwischen gekommen?
Das Hübschliegen wurde auch langsam anstrengend.
Dannn....endlich....die Tür öffnete sich und herein kam....
Eine (nette junge blonde) Krankenschweser - Konkurrenz - und brachte mir das erwartete Pillchen, was ich eifrig mit einem halben Schluck Wasser hinunterspülte. Man will ja auch nicht unkooperativ erscheinen.
Und wartete.
Die Knock-out-Wirkung blieb aus.
Nur etwas müder wurde ich.
Aber, logisch, bei der Warterei!
Ich muss dann doch etwas eingedüselt sein.
Dann kam meine Mutter ins Zimmer geschneit und war direkt schuldbewusst, daß ich schon wieder so fit war.
Wie? Schon vorbei?
Das hatte ja Klasse funktioniert!
Und keinerlei Schmerzen!!!
Götter in Weiß.
Keine Frage.
Ich sah auf die Uhr. Halb zehn.Wohl doch noch nicht vorbei....
Wärend meine Mutter sich mit mir unterhielt, döste ich immer mal etwas. Irgentwann hatte sie dann auch eine Zeitschrift in der Hand. Nicht, daß ich das nicht realisiert hätte, es interessierte mich nur alles nicht mehr. Um aber dennoch hellwach zu wirken, nahm ich ab und zu das Gespräch auf.
An diesem liebevollen Mutterlächeln erkannte ich aber schon, daß das wohl nicht mehr wirklich zusammenhängend gewesen sein wird, was sie mir im Nachhinein auch bestätigte.
Aber, zu dem Zeitpunkt fand ich mich echt richtig gesprächsfähig. Wen stört es schon, wenn ich zwischendurch einschlummere? Also bitte!
Dann, endlich, ging es los. Ich wurde auch schon langsam wieder fitter und war ja auch schon so neugierig, was passieren würde. Ließ ich mir natürlichkaum nicht anmerken, war ja auch nicht die erste Vollnarkose! Alter OP-Hase, ich!
Der Narkotiseur war sehr freundlich, bereitete mich auf die OP vor, was nichts anders bedeutet, daß sie mich aus meinem weichen Bettchen auf ein hartes Brett hieften, obgleich ich schon leicht noch in der Lage gewesen wäre, dort selber rüberzukrabbeln. Aber, ich bin ja gar nicht so, so wirkt es natürlich viel mehr auf uns Krankenkasseneinzahler. Wie im Fernsehen! Dann rammte er mir so ein Dings in den Arm, was ihn aber wunderlicherweise nicht unsymphatischer werden ließ. Komische Drogen haben die da!
Dann fragte er mich, ob ich noch irgendwelche Fragen hätte, was mich zum kichern brachte. Nicht, daß an dieser Stelle jemand denkt, daß ich einen Hauch überspannt gewesen wäre. Nein, ich fand es nur lustig und überlegte, ob ich nun wohl Grüße an die Hinterbliebenen ausrichten müsste. Wobei mir dann einfiel, daß das Wort "Hinterbliebene" ja bedeuten würde... Naja, ich wollte da gar nicht allzusehr drüber nachdenken und gab ihm das Zeichen zum Abschuß.
Bis zehn sollte ich zählen. Bis vier weiß ich noch.
.
.
.
.
.
.
.
.
(Rest folgt, das würde zu lang)
Also:
Mein letzriger Montag begann um 5:15. Man sollte sich ja schon noch mal gründlich
Nur um die abgesprochene zeitliche Abfolge noch mal niederzuschreiben: Um viertel vor sieben musste ich nüchtern (und hungrig !) dort erscheinen, würde ein freundliches Pillchen einnehmen, damit sie mich direkt
ICH war pünktlich.
Bekam mein Zimmer zugewiesen, das Hemdchen mit Schnellverschluß zum Binden, Netzhöschen und einem (!) farblich dazupassenden halterlosen Strumpf, der nur leider am Zeh schon durchlöchert war. Aber, ich will nicht kleinlich sein, es war fein säuberlich umnäht worden und ich würde ja eh schlafen.
So optimal vorbereitet lag ich höchst dekorativ auf meinem farblich nicht zu meiner Kleidung und dem Gips passenden Bett und harrte der jungen Ärzte, die mich holen kommen würden.
Und harrte.
Und harrte.
Und nahm mir mein Buch.
Und las.
Schaute auf die Uhr. Halb neun.
Naja, Notfall bestimmt dazwischen gekommen?
Das Hübschliegen wurde auch langsam anstrengend.
Dannn....endlich....die Tür öffnete sich und herein kam....
Eine (nette junge blonde) Krankenschweser - Konkurrenz - und brachte mir das erwartete Pillchen, was ich eifrig mit einem halben Schluck Wasser hinunterspülte. Man will ja auch nicht unkooperativ erscheinen.
Und wartete.
Die Knock-out-Wirkung blieb aus.
Nur etwas müder wurde ich.
Aber, logisch, bei der Warterei!
Ich muss dann doch etwas eingedüselt sein.
Dann kam meine Mutter ins Zimmer geschneit und war direkt schuldbewusst, daß ich schon wieder so fit war.
Wie? Schon vorbei?
Das hatte ja Klasse funktioniert!
Und keinerlei Schmerzen!!!
Götter in Weiß.
Keine Frage.
Ich sah auf die Uhr. Halb zehn.Wohl doch noch nicht vorbei....
Wärend meine Mutter sich mit mir unterhielt, döste ich immer mal etwas. Irgentwann hatte sie dann auch eine Zeitschrift in der Hand. Nicht, daß ich das nicht realisiert hätte, es interessierte mich nur alles nicht mehr. Um aber dennoch hellwach zu wirken, nahm ich ab und zu das Gespräch auf.
An diesem liebevollen Mutterlächeln erkannte ich aber schon, daß das wohl nicht mehr wirklich zusammenhängend gewesen sein wird, was sie mir im Nachhinein auch bestätigte.
Aber, zu dem Zeitpunkt fand ich mich echt richtig gesprächsfähig. Wen stört es schon, wenn ich zwischendurch einschlummere? Also bitte!
Dann, endlich, ging es los. Ich wurde auch schon langsam wieder fitter und war ja auch schon so neugierig, was passieren würde. Ließ ich mir natürlich
Der Narkotiseur war sehr freundlich, bereitete mich auf die OP vor, was nichts anders bedeutet, daß sie mich aus meinem weichen Bettchen auf ein hartes Brett hieften, obgleich ich schon leicht noch in der Lage gewesen wäre, dort selber rüberzukrabbeln. Aber, ich bin ja gar nicht so, so wirkt es natürlich viel mehr auf uns Krankenkasseneinzahler. Wie im Fernsehen! Dann rammte er mir so ein Dings in den Arm, was ihn aber wunderlicherweise nicht unsymphatischer werden ließ. Komische Drogen haben die da!
Dann fragte er mich, ob ich noch irgendwelche Fragen hätte, was mich zum kichern brachte. Nicht, daß an dieser Stelle jemand denkt, daß ich einen Hauch überspannt gewesen wäre. Nein, ich fand es nur lustig und überlegte, ob ich nun wohl Grüße an die Hinterbliebenen ausrichten müsste. Wobei mir dann einfiel, daß das Wort "Hinterbliebene" ja bedeuten würde... Naja, ich wollte da gar nicht allzusehr drüber nachdenken und gab ihm das Zeichen zum Abschuß.
Bis zehn sollte ich zählen. Bis vier weiß ich noch.
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(Rest folgt, das würde zu lang)
Paulaline - 11. Jun, 23:53
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