Erziehungsmodellveränderung
Gut, ich gebe zu, daß ich im Moment ein strapaziertes Nevenkostüm habe. Der Zerg turnt noch ordentlich drauf rum. Wenn er Mist baut, und ich versuche, mit ihm zu reden, endet es grundsätzlich in Geheule: Ich will nicht...ich kann nicht...ich will zu mein Papa.... Gerade letzteres trifft mich natürlich.
Ich will ja die wenige Zeit die wir haben "friedlich" verbringen und die Trotzerei des Herrn Sohn geht mir auch gewaltig auf die Nerven. es endet meistens damit, daß ich auch sauer werde, weil er dann auch gerne mal in die Hosen pinkelt, weil er angeblich die Hose nicht aufbekommt, was er aber sehr wohl kann. Alles ruhig reden nutzt nichts, weil er nicht mal hinhört. Also werde ich laut, ärgere mich mehr über mich (weil das 3 Jahre alte Gör es geschafft hat) und er muss in sein Zimmer, bis er sich beruhigt hat.
Gut ist das für uns beide nicht.
heute nun wollten die Monster Fernsehen. Da meiner wieder mal eine 1a Trotzszene hingelegt hatte, habe ich ihn einfach ignoriert und mit dem anderen zwerg beschäftigt. Als er sich wieder beruhigt hatte, haben wir eine "Familienkonferenz" abgehalten. naja, klappte natürlich nicht so gut mit zwei 3Jährigen, aber für den Anfang war es schon ok. Dann habe ich gesagt, daß wir den rest des Abends nun gemeinsam planen und daß jeder einen Wunsch frei hat. Da beide Zwerge TV schauen wollten, hatte ich zwei Wünsche frei, damit es drei werden. (*g* logisch, oder?solange es noch klappt....) Meine Wünsche waren Zähne putzen und kein Streit, was sie auch akzeptieren. Dann haben wir das Abendessen verhandelt, mein zwerg wollte Brot und Jogurt, der Andere Nudeln. Also gab es Nudeln und zum Nachtisch den Joghurt. danach mussten sie sich Bettfertig umziehen und dürfen dann noch eine Sendung sehen. So der Plan.
Und, es lief. Nicht einmal mehr Gejammer, sogar die Nudelauswahl haben wir geregelt bekommen. Wärend ich kochte, zogen sich die Zwerge von selbst (!) und ohne Hilfe (!!!) um, wir aßen friedlich, die Zähneputzerei ging ohne größere Badüberschwemmung vonstatten und dann durften sie endlich TV sehen.
Pech hatte allerdings Ex, der direkt 2 Minuten nach Einschalten des TVs anrief um Zwerg zu sprechen. Der konnte leider nicht, und obwohl ich das TV ausschaltete, hatte er keinerlei Lust, mit ihm zu sprechen. Naja, aber wer so lange auf sein Tagesziel wartet... da muss man schon Prioritäten setzen. *g* Aber Ex nahm es auch gelassen, nachdem ich es ihm erklärt hatte.
Ab und zu muss man mal innehalten und sehen, wo man sich hinbewegt. Und die Richtung war für uns (Zwerg und mich) nicht gut.Ich denke, aus diesem friedlichen Nachmittag haben wir alle etwas gelernt. Ich auf jeden Fall.
Ich will ja die wenige Zeit die wir haben "friedlich" verbringen und die Trotzerei des Herrn Sohn geht mir auch gewaltig auf die Nerven. es endet meistens damit, daß ich auch sauer werde, weil er dann auch gerne mal in die Hosen pinkelt, weil er angeblich die Hose nicht aufbekommt, was er aber sehr wohl kann. Alles ruhig reden nutzt nichts, weil er nicht mal hinhört. Also werde ich laut, ärgere mich mehr über mich (weil das 3 Jahre alte Gör es geschafft hat) und er muss in sein Zimmer, bis er sich beruhigt hat.
Gut ist das für uns beide nicht.
heute nun wollten die Monster Fernsehen. Da meiner wieder mal eine 1a Trotzszene hingelegt hatte, habe ich ihn einfach ignoriert und mit dem anderen zwerg beschäftigt. Als er sich wieder beruhigt hatte, haben wir eine "Familienkonferenz" abgehalten. naja, klappte natürlich nicht so gut mit zwei 3Jährigen, aber für den Anfang war es schon ok. Dann habe ich gesagt, daß wir den rest des Abends nun gemeinsam planen und daß jeder einen Wunsch frei hat. Da beide Zwerge TV schauen wollten, hatte ich zwei Wünsche frei, damit es drei werden. (*g* logisch, oder?solange es noch klappt....) Meine Wünsche waren Zähne putzen und kein Streit, was sie auch akzeptieren. Dann haben wir das Abendessen verhandelt, mein zwerg wollte Brot und Jogurt, der Andere Nudeln. Also gab es Nudeln und zum Nachtisch den Joghurt. danach mussten sie sich Bettfertig umziehen und dürfen dann noch eine Sendung sehen. So der Plan.
Und, es lief. Nicht einmal mehr Gejammer, sogar die Nudelauswahl haben wir geregelt bekommen. Wärend ich kochte, zogen sich die Zwerge von selbst (!) und ohne Hilfe (!!!) um, wir aßen friedlich, die Zähneputzerei ging ohne größere Badüberschwemmung vonstatten und dann durften sie endlich TV sehen.
Pech hatte allerdings Ex, der direkt 2 Minuten nach Einschalten des TVs anrief um Zwerg zu sprechen. Der konnte leider nicht, und obwohl ich das TV ausschaltete, hatte er keinerlei Lust, mit ihm zu sprechen. Naja, aber wer so lange auf sein Tagesziel wartet... da muss man schon Prioritäten setzen. *g* Aber Ex nahm es auch gelassen, nachdem ich es ihm erklärt hatte.
Ab und zu muss man mal innehalten und sehen, wo man sich hinbewegt. Und die Richtung war für uns (Zwerg und mich) nicht gut.Ich denke, aus diesem friedlichen Nachmittag haben wir alle etwas gelernt. Ich auf jeden Fall.
Paulaline - 3. Jun, 22:14
8 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Jens2005 - 4. Jun, 11:01
Nämlich WAS gelernt? So mal kurz in Worte gefasst und ausformuliert, meine ich? :-)
Paulaline - 4. Jun, 21:31
Es ruhiger angehen lassen, mehr auf die Kinderwünsche eingehen. Sie mitentscheiden zu lassen. Wenn sie es selber wollen, läuft es friedlicher ab.
herold - 4. Jun, 23:00
kleiner tipp:
wenn zwerg nächstes mal zu papa will, ihm den telefonhörer in die hand drücken und die nummer wählen. ;-)
wenn zwerg nächstes mal zu papa will, ihm den telefonhörer in die hand drücken und die nummer wählen. ;-)
Paulaline - 4. Jun, 23:11
der sagt ihm dann auch nur, daß er ihn vermisst und wiedersehen will.
Das er ihn jeden Tag sehen könnte, wenn er wollte, das sagt er nicht. das es an seiner Faulheit liegt - und nicht daran, daß ich zwerg nicht hinlasse.
Das er ihn jeden Tag sehen könnte, wenn er wollte, das sagt er nicht. das es an seiner Faulheit liegt - und nicht daran, daß ich zwerg nicht hinlasse.
Jens2005 - 5. Jun, 10:24
Also, das wundert mich jetzt nicht, dass die Zwerge dann zufrieden sind, wenn sie kriegen, was sie sowieso wollten. Ich finde allerdings nicht, dass man als Erwachsener die (ehrliche und gerechte) Mitbestimmung von Dreijährigen lange durchhalten kann. Meine Süße ist jetzt gerade sechs geworden und wir können mittlerweile schon ehrliche Kompromisse schließen (die Tour mit den zwei Wünschen würde z.B. nicht mehr ziehen). Aber manchmal _muss_ ich mich einfach quasi-autoritär durchsetzen, weil sonst a) meine Nerven irgendwann am Ende wären und b) der Tag irgendwann nur noch aus Diskussionen bestehen würde.
Ich glaube vielmehr, dass Du (ausnahmsweise?) klare Regeln aufgestellt hast und diese auch ausgesprochen hast. Kinder lieben klare Regeln, auch wenn diese manchmal unerfreulich sind. Leider geht das im Alltag manchmal unter und Erwachsene sind soooo inkonsequent, dass es Kinder ein wahres Vergnügen ist, ständig die Verlässlichkeit der aufgestellten Regeln zu prüfen, sprich: dagegen zu verstoßen. Und sogar die Kleinsten sind sehr clever. Deiner beispielsweise hat schon gemerkt, dass er Dir mit in-die-Hose-machen und nach Papa verlangen am meisten Streß machen kann. Wobei es bis zum 4. Lebensjahr eigentlich ganz normal ist, ab und zu mal in die Hose zu machen, so experimenteller Weise :-). Das Windelalter ist ja noch nicht sooo lange her.
Sven
Ich glaube vielmehr, dass Du (ausnahmsweise?) klare Regeln aufgestellt hast und diese auch ausgesprochen hast. Kinder lieben klare Regeln, auch wenn diese manchmal unerfreulich sind. Leider geht das im Alltag manchmal unter und Erwachsene sind soooo inkonsequent, dass es Kinder ein wahres Vergnügen ist, ständig die Verlässlichkeit der aufgestellten Regeln zu prüfen, sprich: dagegen zu verstoßen. Und sogar die Kleinsten sind sehr clever. Deiner beispielsweise hat schon gemerkt, dass er Dir mit in-die-Hose-machen und nach Papa verlangen am meisten Streß machen kann. Wobei es bis zum 4. Lebensjahr eigentlich ganz normal ist, ab und zu mal in die Hose zu machen, so experimenteller Weise :-). Das Windelalter ist ja noch nicht sooo lange her.
Sven
Paulaline - 5. Jun, 21:07
Ja, aber im Plan mitenthalten waren ja auch Dinge, die sie nicht so gerne tun. Umziehen und Zähneputzen zum Beispiel. Aber da sie es von vorn herein wussten, in welcher Abfolge der Abend verläuft, ging es eben ohne Gezeter ab.
Natürlich kann ich sie nicht jeden Tag alles (mit)bestimmen lassen. Aber ich kann es doch öfter tun. Und frühzeitige Absprache vermeidet ja anscheinend Zankereien. Das war auch eine wichtige lektion für mich.
Also, was haben wir zu verlieren? Eben. Gar nichts. Im Gegenteil. Der Testlauf ist gut verlaufen und auch heute gab es schon erheblich weniger Streitereien.
Natürlich kann ich sie nicht jeden Tag alles (mit)bestimmen lassen. Aber ich kann es doch öfter tun. Und frühzeitige Absprache vermeidet ja anscheinend Zankereien. Das war auch eine wichtige lektion für mich.
Also, was haben wir zu verlieren? Eben. Gar nichts. Im Gegenteil. Der Testlauf ist gut verlaufen und auch heute gab es schon erheblich weniger Streitereien.


Trackback URL:
http://neuanfang.twoday.net/stories/2114982/modTrackback